2016-02-04

Heute Nacht …

… also um genau zu sein 15 Minuten nach drei Uhr Katzengezicke im Flur vor der Drahttür im Wohnzimmer, die gar keinen Draht mehr enthält, sondern ein Katzenbalkonnetz von unmöglichen Maßen, die ich so nie bestellt habe, aber zooplus liefert manchmal einfach auch Bockmist, muss man sagen. Egal. Also hinter der Tür eine Katze, vor der Tür eine Katze und beide erzählen sich, was sie voneinander halten, was sich mehr nach proletarischem Supermarktkassen-Gedisse anhört, als nach „hey, wir leben schon so lange unter einem Dach, schön Dich zu sehen!”

Was die können, können sie.

Die Tür wird von X-Läufer-Gummibändern in groß an einem Dübel geschlossen (von denen ich wohl die einzige Kundin bin, weswegen es sie kaum noch im Handel gibt) und wenn eines der Doppelgummis bereits kaputt ist, schafft Shiina es im Anfall sich am Gummi vorbei nach draußen zu wuseln. Das kenne ich alles und habe schon ein Ohr dafür, springe dann schnell zum Tatort, um das kleine im Aggressormode befindliche Ding einzufangen und besonders schön finde ich es morgens um viertel Vier.

Nicht.

Steige ich also aus dem Bett im Tiefschlaf und vertrete mir so dermaßen den Fuß, dass ich jetzt ein ernsthaftes Gehproblem habe. Und die Medikamentenschublade bedienen musste. Und mit Schlaf war es auch vorbei.

K.A.T.Z.E.N.

Die jetzt übrigens tief, glücklich und entspannt schlafen.

2016-02-03

Nie niemals nich …

würde ich eine meiner Katzen ausstopfen lassen.

Aber ich hätte gerne einige Hologramme hier von Nishia auf ihren Plätzen rumliegen. Das wäre schön. So auf dem Kratzbaum, neben mir im Bett oder auf meinen Beinen. Oder auf meinem Rücken sitzend, wenn ich in den Spiegel sehe. Auf meinem Schoß … natürlich wären das alles Illusionen aber dafür sehr schöne, dunkle Zeiten des Vermissens überbrückende.

2016-01-31

Ordentlich essen … 

Vergangene Woche war „Das Perfekte Dinner” für mich zu gucken Pflichtprogramm, weil eine – mir bekannte – Berliner Bloggerin die Runde bekochte. Frau Bunt kocht sortierte sich fachmännisch in eines der SpinOffs dieses Formates – hier: „Wer ist der Profi?” – ein und sorgte hier und dort für etwas Stimmung in einer ansonsten eher unterkühlten, fast langweiligen Runde.

Das meine ich nicht böse aber ich bin mir sicher, dass mir aus dieser Woche allerhöchstens ein Hund und eine Nespresso Kapselkaffeesammlung, die in der Küche auf der Arbeitsplatte zu Dekorationszwecken obszön präsentiert wurde (wer macht denn sowas?) in Erinnerung bleiben werden. Wirklich, wenn jemand zur Stärkung seine Egos die Aufnahme in den Nespresso Kaffeecapsel-China Club als das Maß aller Dinge hält … puh?! So jemand weckt in mir mehr Bedauern als Bewunderung. Der Hund indes war cool. Und verfressen.

Frau Bunt kocht hatte ein interessantes Menü gewählt, was insofern sehr mutig war, weil im Grunde von Anfang an sicher war, dass man damit nicht gewinnen kann. Denn sie servierte eine Roulade vom Havelländer Apfelschwein. Und diese bestand vorrangig aus dem Kopf eines Schweins.

Na, da war was los!

Schon hatten wir wieder die typische allerfeinste Bigotterie der deutschen Ernährungskultur vor einer Kameralinse versammelt. Gestandenen Männern rutschte das Herz in die Hose, die teilnehmende ansonsten vegan lebende Teilnehmerin (die fairerweise für diese Runde „ja” zum Fleischgenuss sagte), schob erstmals ihre Schwangerschaftsübelkeit als Argumentationshilfe über den Tisch (konnte sonst interessanterweise an dem Abend alles andere essen) und die Kommentare im Internet, die ich ganz gerne parallel zur Ausstrahlung mitlese, echauffierten sich auch nicht unerheblich.

Schweinekopf.

Kopf vom Schwein! Was für eine Zumutung! Aber um beim schönen Wort des Angriffes zu bleiben: tatsächlich wurde niemandem zugemutet, überhaupt einen ganzen Schweinekopf zu sehen. Frau Bunt kocht hatte ihn bereits ausgelöst und zerteilt vom Metzger erworben, es lagen nur sein Fleisch, Haut und Fett auf dem Küchenbrett. Die beim befreundeten türkischen Supermarkt in der Fleischauslage zu sehenden abgezogenen Lamm-Köpfe haben da deutlich größeres Realitätspotential. Alle Zutaten wurden von der Köchin als Rolle geformt gekocht, später paniert und gebacken als eine Rouladenscheibe serviert. Im Grunde eine Art Pfälzer Saumagen – nur ohne Hülle aus Magen. Wer Sülze isst, hat schon visuell Unappetitlicheres auf dem Teller gehabt.

Man konnte oder wollte die Vorspeise geschmacklich nicht so recht goutieren. Dem einen Gast – später als tatsächlicher Profi enttarnt – war die Vorspeise nicht lange genug gekocht. Allerdings hatte die Köchin auch deutlich weniger Zeit für die Zubereitung ihres Menüs (drei Stunden) als uns das Format (einen Tag lang) gerne glauben machen möchte. Die anderen waren immer noch so schockiert über die Zumutung, Fleisch vom Schwein serviert bekommen zu haben und haben sich schon vorher so in Abneigung gesabbelt, dass das Urteil über diesen Gang im Grunde vorher schon feststand.

Natürlich ist in einem solchen TV-Format das, was der Zuschauer sieht in einem großen Maß vom Schnitt abhängig. Aber den kann man natürlich auch nur dann übertrieben offerieren, wenn vorher überzogene Inhalte zur weiteren Verwendung gedreht werden konnten. Und in diesem Zusammenhang waren sich die Gäste nicht zu fein, am Schweinekopf angemessen vor der Kamera zu eskalieren. Diese überzogene Affektiertheit und Aufregung rund um die Tatsache, dass man einen Schweinekopf essen solle; eine Zutat, die einem in jeder fein passierten Wurst schon längst auf die Stulle gelegt wurde? Boah, jeht mir wech damit!

Mich nervt, wie wir hierzulande einen ganz großen Anteil von einem Tier, was wir alleine für unsere Leibeslust schlachten, nicht auch ganz verwerten. Wirklich. Einmal im Jahr liegen hier bei meinem Supermarkt um die Ecke tatsächlich Schweineschwanz, Schweineohr oder nur Schweineschwarte in der Auslage. Und die könnten dort vergammeln. Es wird einem quasi hinterher geworfen. Selbst Leber, ob man die nun essen mag oder nicht, ein früher in Berlin absolut gängiges Tagesgericht, muss man mittlerweile extra vorbestellen. Vermutlich wissen Kinder heute gar nicht mehr, dass Tiere auch Nieren besitzen. Das ist doch nur noch lächerlich!

Man muss Schweinekopf nicht selbst zubereiten oder lieben. Aber wie man sich vorher schon – vor dem eigentlichen Versuch – dagegen aussprechen kann, dass man von dem gleichen Tier, dessen Filet man liebt, den Kopf als eklig ablehnt? Ohne überhaupt schon die Art der Zubereitung zu kennen? Da muss es einem wirklich über alle Maße viel zu gut gehen.

Um dann übrigens, und ich behaupte, dass ist die eigentliche Krönung der übersatten Dekadenz, im nächsten Gang die Schweinsbacke wieder total lecker zu finden! Denn es gab „Sous Vide Wammerl – geschmorte Backe – Rotkohl” als Hauptgericht. Und nun überlegen wir alle mal, wo bei einem Schwein die Backe sitzt?

Schweinsbacke – aus dem Schweinskopf entnommen – war völlig okay. Der Schweinskopf den Gästen als Schweineroulade serviert ohne vorherige verbale Kopfandeutung wäre vermutlich auch sehr okay gewesen, hätte vielleicht sogar (bei ausreichender Zubereitungsdauer) Begeisterungsstürme ausgelöst. Fleischpampe kann man dem Deutschen immer gerne servieren, solange er nicht weiß, was da drinnen ist, nicht wahr?

Das ist doch verlogen. Und doof!

Ansonsten gab es in dieser Woche bei den tollen Köchen mit den (höchstwahrscheinlich) auf Raten gekauften Pathologie-Style-Küchen an Nespresso-Deko (darüber komme ich erst einmal nicht weg) viel Schäumchen. Schäumchen hier und Schäumchen da. Die hehre Kunst des deutschen Hobbykoches verdeutlicht sich vor allem in dieser neuen Zeit nicht an der Wertschätzung des von ihm verwendeten Fleisch im Ganzen des – für die TV-taugliche Präsentation der kostbaren Messersammlung – gestorbenen Tieres, sondern offensichtlich an des Koches seines Lecithin-Vorrats und blasierten Umgang damit. (Dieser Satz ist weniger wirr als er beim ersten Lesen scheint und ich bin ein bisschen stolz auf ihn).

Ich mag Schäumchen nicht mehr. Visuell war Schäumchen für mich eh immer nur der Spülrückstand auf einen schlecht gespülten Teller mit meist nur zu vermutendem Geschmack und somit nur halb attraktiv. Aber diese aktuelle Fluktuation von Schäumchen ist mir nun wirklich zu viel. Da habe ich lieber ein ordentlich konzentriertes Petersilienöl auf dem Teller als schmeckendes Schmuckstück.

Darf ich einen kleinen Hinweis geben? „Schäumchen” ist mittlerweile das, was als Balsamico-Reduktion als Teller-Gemälde schon vor zehn Jahren out war. Somit: für mehr Eisbein, Schweinekopf und echten Espresso aus der Carmencita.

Und hört verdammt noch mal auf, Euch vor Schweinsmägen zu gruseln: das Tier ist für Euch gestorben! Und zwar im Ganzen, nicht nur in von Euch geliebten Einzelteilen!

Vorratshaltung

Gestern habe ich beim Schnäppchenprinz in der Karl-Marx-Straße zugeschlagen. Marmeladen- und Vorratsgläser ab —,55 über —,79 bis ,—99 Cent das Glas. Und jede Menge Ersatzdeckel. Endlich einmal nicht die stereotypen Marmeladengläser (links im Bild) mit denen mich der Handel sonst immer beglückt. Ihr kennt das ja, ist erst mal Saison, rennt man den Gläsern im Handel hinterher oder bezahlt deutlich mehr als jetzt.



Und da morgen der 1. Februar ist und wir jetzt langsam anfangen könn(t)en, die ersten Samen zu setzen, damit wir im März pikieren und im April die kleinen grünen Zöglinge je nach Breitengrad in die grüne Freiheit schicken können, ist etwas Vorbereitung für die nächste Einkochzeit keine so schlechte Idee. Damit sich die Gläser nicht langweilen, steht heute die Zubereitung von etwas „Crème de caramel au beurre salé” auf dem Programm. Und butteriges Apfelkompott. Ich habe hier nämlich einen Sack Braeburn-Äpfel liegen. Da wird ein feines Butterkaramel angesetzt in denen die Apfelwürfel (mit Schale) einkochen und dann ab in die Gläser, wo sie auf ihre eigentliche Aufgabe, nämlich den nächsten Kartoffelpuffern als feine Beilage zu dienen, warten dürfen.

Ansonsten hat Arthurs Tochter kocht heute ein sehr schönes Blogpost über das „Für gut …”-Aufbewahren geschrieben. Den empfehle ich zu lesen und dann die schönen Dinge in den Schränken viel mehr ins Leben zu holen.

2016-01-19

10 Monate …

… hat der kleine Großcousin teilweise unwissentlich und teilweise wissentlich mit sehr viel Elan, Ehrgeiz, kindlichem Eifer, wilder Freude und lustiger Leidenschaft hart an seinem Update gefeilt, gearbeitet und knapp zwei Monate vor seinem vierten Geburtstag es fast überpünktlich – nämlich zwei Tage vor dem Termin – veröffentlicht. Jetzt ist dieser wundervolle kleine Mann ein:

Großer Bruder – von einer Nela!

(Und allen geht es gut!)

Die Schlehe



Mensch, da musste ich im letzten Jahr glatte 50 werden, um erstmals Schlehen kennenzulernen. Kannte ich nicht. Ja, sicherlich ist mal im Getränkeregal das Wort „Schlehenlikör oder -geist” an mir vorbei geschlichen aber da ich solche Getränke eher nicht trinke und noch weniger kaufe, gab es in meinem Leben keine Schlehen und somit kein Nachdenken darüber.



Bis mich meine liebreizende Nachbarinfreundin im letzten Jahr nach Karow zum Hundebespaßungsspaziergang entführte. Karow liegt nordöstlich in Berlin, von meiner Dockingstation ist man mit U- und S-Bahn binnen 30 Minuten hingereist, die einem deutlich kürzer vorkommen, wenn man eine Nachbarin, noch einen Nachbar und ein, zwei, drei Hunde für die Unterhaltung an der Frau hat. Da steigt man in die Bahn ein und „Schwups!” ist man schon da!



Karow bietet allerlei Interessantes, wird schmuck von einer schmal laufenden Panke begleitet und unser Ausflugsziel waren die Karower Teiche,



ein Naturschutzgebiet mit hübscher Wildvögel- und Rindvieh-Anbindung. Der Usedomer-Radweg führt auch dort lang. Und Streuobstwiesen als auch Schlehensträucher in größerer Menge.



Und so kam es, dass die Lieblingsnachbarin und alle Begleiter einen Weg entlang schritten, ich mich höchst begeistert über die prallen blauen Früchte an den Sträuchern rein visuell erfreute und mir die Nachbarin erklärte, das seien Schlehen. Meine Recherche später ergab, dass es sich dabei tatsächlich um Schlehen handelte, diese ausreichen Gerb- und Bitterstoffe besäßen, um also als prima Sache für den menschlichen Organismus durchzugehen und man könne diverse Dinge daraus zaubern, wie Saft, den schon beschriebenen Likör und Marmelade, wenn man nur die Früchte hängen lässt bis zum ersten Frost.

Ich lernte Karow und die Schlehen im späten September kennen, der nächste Frost schien also nicht allzu weit und als wir hierzulande selbst in Berlins Mitte die erste richtig kühle Nacht rund um null Grad hatten, machte ich mich alleine auf nach Karow an einem fürchterlich hübschen Sonnentag und ging Schlehen sammeln, denn ich interpretierte den Norden Berlins schlicht einige Grad kälter. Der ganze Tag war ungemein lustig aber darüber blogge ich ein anderes Mal (man kann ja Dinge und Menschen erleben in der Einsamkeit der Karower Grünanlagen, man glaubt es nicht!)



So sammelte ich also Schlehen und war ungemein erfolgreich. Gute vier Kilo werden es ingesamt gewesen sein. Übrigens heißt es das Schlehen sammeln mache keinen Spaß, weil die Sträucher Dornen hätte und pieken. Sie haben Dornen aber wirklich Pieken, das tun sie beim sammeln eher nicht so schlimm.



Nun ist die Schlehe eine – im Vergleich zu anderen saisonalen Früchten – wirklich pragmatische Frucht. Sie möchte erst nach dem ersten Frost geerntet werden, weil sie dann etwas von ihren im Überfluss vorhandenen Gerb- bzw. Bitterstoffen abgibt und dann erst genießbar ist. Daher wird in vielen Rezepten vorgeschlagen, wenn man sie dann doch vor dem Frost erntet, sie wenigstens noch mal in die tiefe Kühlung zu geben. Eine Frucht, die quasi tiefgefroren werden möchte, hat in saisonaler Einmachzeitkochkonjunktur deutliches Sympathiepotential. Das tat ich dann auch mit meinen Früchten. Und beließ sie dort bis letzte Woche, also einen Teil davon. Der Rest friert dort immer noch fröhlich vor sich hin.

Dass ich noch Schlehen im Kühlschrank habe, daran erinnerte mich neulich Ela von „Ela kocht!” , die ihre Schlehen unter anderem als Beilage für Fleischgerichte würzig einmachte. Das fand ich spannend und kochte das umgehend nach.



Nun ist die Schwierigkeit bei Schlehen folgende, wie man hier gut sehen kann:



Richtig gesehen! Das ist ein bisschen viel Kern in vergleichsweise wenig Schlehe! Insofern fand ich die Variante von Ela geschmacklich schon recht überzeugend, will sagen, er machte bei mir Lust auf mehr Schlehe aber als Beilage zum Essen eignen sich die Schlehen für mich eher nicht. Nicht entsteint. Und würde man entsteinen, wäre kaum Frucht vorhanden. So oder so hatte ich jetzt aber große Lust meine erste Schlehenmarmelade auszuprobieren. Ich wühlte mich durch diverse Marmeladenrezepte und habe nach meiner Erfahrungen erst einmal alle aussortiert, die überhaupt nicht darauf eingehen, dass man Schlehen entsteinen muss – alternativ wenigstens passieren muss. Und von solchen Nulllösungen gibt es erstaunlich viele!



Ich hatte knapp über ein Kilo Schlehen, vier Boskop-Äpfel (komplett mit Schale und Griebsch in Würfel geschnitten), sponsorte mit dem Mark einer Vanillestange und sicherte den Hinterhalt mit einer Packung Gelierzucker (2:1). Den Rest besorgten Hitze, eine Flotte Lotte und im späteren Verlauf ca. 600 ml Wasser.



Die Schlehen setzte ich mit den Äpfeln bei leichter Hitze auf und ließ alles sanft köcheln. Laut Rezept mindestens eine Stunde, bei mir waren es mindestens zwei und dann ließ ich das Ganze über Nacht ziehen. Die Äpfel habe ich deswegen komplett dazu gegeben, weil sie etwas Saft abgeben beim Einkochen und das Pektin der Kerne für eine natürliche Bindung sorgt. Am nächsten Tag ließ ich die Masse noch einmal aufkochen und pürierte alles mit meiner Flotten Lotte – die sollte man tatsächlich haben, wenn man sich an Schlehen dran macht. Klar kann man auch alles durch das Sieb streichen – aber das macht es unangenehm anstrengend.





Das Fruchtmus und den Saft habe ich aufgefangen und die Maische aus der Lotte nochmal mit dem 600 ml Wasser aufgesetzt wieder eine Stunde köcheln lassen und wieder alles durch das flotte Lottchen bewegt und auch den Saft und das Mus zum schon aufgefangenen Mus hinzugefügt. Übrigens hatte ich an dem Tag den ganzen Vormittag einen typischen „eine Erkältung kündigt sich an”-Hustenreiz, der wie von selbst verschwunden war, nachdem ich einen Esslöffel von dem Sud probiert hatte. Der war geschmacklich schon sehr lecker – und bitter. Da sind meine sich im pubertären Auflehnungsstatus befindlichen Bazillchen direkt weitergezogen. Die haben sich nicht einmal mehr verabschiedet. Was für ein angenehmer Nebeneffekt!



Den Sud habe ich nochmals aufgekocht, die Packung Gelierzucker hinein gerührt, das Ganze kochen lassen bis meine Gelierprobe meldete, dass alles ganz chic sei und die Marmelade in insgesamt fünfeinhalb Marmeladengläser (davon eins umgekippt) gefüllt und war zu diesem Zeitpunkt farblich schon einmal im Himmel. Will sagen: Schlehen verarbeitet man günstigenfalls besser in dunkler Klamotte!



Und nachdem die Konfitüre etwas fester geworden ist, musste ich natürlich probieren. Fazit: Schlehenmarmelade ist meine neue Lieblingsmarmelade und ich habe keine Ahnung, warum es diese nicht öfter im Handel gibt. Sie ist bildschön in der Farbe, hat eine angenehme Süße, was gleichbedeutend ist mit sie ist nicht zu süß. Daher eignet sie sich auch vorzüglich für eine Vinaigrette. Ihr feiner bitterer Geschmack rundet das Erlebnis schön ab. Und das Bittere ist auch wirklich anwesend – nichts ist tot gezuckert. Ich finde das ganz wunderbar, gehöre aber auch zu den Menschen, die sehr bedauern, weil man Chiccoree die Bitterstoffe weg züchtet. Der Schlehengeschmack ist überhaupt etwas ganz Feines!



Kurz: Karow ich komme im Herbst wieder! Ist aber auch zu schön dort!

2016-01-16

Einohr-Tally

Wir hatten diese Woche an einem Tag Sonnenschein und die kleine bunte Katze hat sich begeistert bescheinen lassen …





Es ist interessant wie anders Tiere gleich mental und physisch agieren, sobald nach trüben Tagen die Sonne wieder rauskommt. Wie ausgewechselt scheinen mir die kleinen Katzenseelen.

The Conversation



Die renommierte Fashion-/Porträt-Fotografin Amada de Cadenet hatte vor einiger Zeit das Web-TV-Format „The Conversation” initiiert. Sie spricht mit – normalen und prominenten – Frauen über Emanzipation, Business, sehr persönliche Themen. Women-TV – nicht nur für Frauen!

Diese Woche im Gespräch mit ihr und anderen Frauen: US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton– sehr persönlich.

2016-01-14

Hilfe!

Falls Ihr noch Kinderkleidung habt für drei syrische Flüchtlingskinder 4 Wochen (!), 3 und 4 Jahre (sehr klein und schmächtig). Dringend benötigt! Im Zweifelsfall sind auch Gutscheine von Kinderbekleidungsgeschäften oder Online-Shops bzw. Amazon wirklich sehr sinnvoll!

Bei meinen Bekannten ist noch eine Familie nachgewachsen. In einem sehr schlechtem gesundheitlichen Zustand, die Kinder sind jetzt auch erst im Krankenhaus aufgenommen worden. Unter welchen Bedingungen die Frau das Baby bekommen haben muss, kann man sich vorstellen.

Es ist wirklich zum Heulen. Die Kontaktadresse gibt es über mich: creezy at gmx.de.

P.S. Gebraucht wird auch ein Kinderwagen für das Baby … falls da jemand helfen kann?! Einen Kinderwagen haben wir dank meinem Cousinchen (*knutsch*) jetzt - aber die Kinderkleidung, alles Sonstige für ein Baby, ein Hochbett für die Kinder wären sehr hilfreich!

2016-01-13

Nein!

Fakt ist, Frauen, die in diesem Land Opfer von sexuellen Übergriffen – egal mit welcher Konsequenz für das Opfer – werden, können sich sicher sein, dass ein ermittelter und der Tat überführter Täter nur dann verurteilt wird, kann das Opfer BEWEISEN, dass es nicht nur ausdrücklich „Nein!” gesagt hat (auch etwas, was man hinbekommen muss, wenn einem gleichzeitig Mund und Nase zugehalten werden). Sondern sich auch vehement körperlich gewehrt hat gegen den Übergriff. So ist die rechtliche Situation. Und das Land wundert sich, warum eine sehr große Anzahl von Frauen solche Angriffe nicht anzeigen.

Mit diesem juristischen Verlangen steht jede Frau, die von einer andere Person angegriffen wird, also immer auch mit einem Bein im Gefängnis – denn sie muss sich auf sich selbst und ihre körperlichen Kompetenzen (!) verlassen und das heißt in der Konsequenz den Täter von seinem Vorhaben mit körperlicher Gewalt abzubringen. Also kann sie immer von diesem in der Folge wegen Körperverletzung angezeigt werden. Sie wird also als Opfer nur dann zu ihrem Recht kommen, wenn sie gleichfalls mutig (und körperlich fähig) war Täterin zu werden. So will es das deutsche Sexualstrafrecht.

Diese Regelung hat in den letzten Jahren immer häufiger dazu geführt, dass Frauen, die nachweislich vergewaltigt worden sind und es diesbezüglich vor dem Gericht dazu auch gar keinen Zweifel bestand, dennoch mit dem Freispruch des Täters in der Folge leben mussten, weil sie den Täter nicht selbst mit körperlicher Gegenwehr von seinem Vorhaben abbringen konnten.

So ist die von Justizia in diesem Land geschaffene Situation von Frauen in diesem Land. Auf den Straßenverkehr ausgeweitet kann man sich das ungefähr so vorstellen: wenn mich (auf dem Rad) ein Pkw-Fahrer über den Haufen fährt, weil er mir vorsätzlich (!) die Vorfahrt nimmt, muss er nur dann mit einer Verurteilung rechnen, wenn ich (u. U. post mortem) nachweisen kann, dass ich zu ihm vorher gesagt habe: „Nein, ich möchte nicht, dass Sie mir die Vorfahrt nehmen!” Und abschließend ihm vor der Tat noch einmal in die Fresse haue, wenn er nach meinen „Nein!” nicht von seinem Vorhaben ablässt.

Das ist zu überspitzt? Ihr glaubt das nicht? Ich empfehle herzlich diesen Artikel „Sexuelle Übergriffe im öffentlichen Raum – Rechtslage und Reformbedarf in Deutschland” zu lesen. Es spiegelt diese Absurdität komplex wieder:

»Die Forderung nach Selbstverteidigung durch die Betroffenen ist auch ein bisschen antisozial, denn sie privatisiert das gesellschaftliche Problem, wie sexuelle Autonomie wirksam geschützt werden kann, beschuldigt die Opfer und entlastet umstehende Dritte. Auch ist sehr entlarvend, dass es diese Forderung nur in Bezug auf sexuelle Belästigung gibt.«

Seit Jahren wird von vielen Frauenverbänden gefordert, die aktuell geltende Gesetzgebung zu überarbeiten und die bekannten Lücken im deutschen Sexualstrafgesetzbuch zu schließen. Seit Jahren tut sich in dem Punkt nichts. Außer, dass immer absurdere – die Frauen (oder Mädchen) verachtende und somit weiter schädigende Urteile gesprochen wurden – die jede Person mit gesundem Menschenverstand fassungslos zurück gelassen haben. Denn: die Frau als Opfer muss gefälligst alles richtig machen, um Recht zu bekommen.

Heiko Maas, Bundesjustizminister, sind diese Lücken im Sexualstrafrecht bekannt und hatte zwar bei seinem Amtsantritt die Überarbeitung des Gesetzes angekündigt. Passiert ist jedoch bis heute weiterhin nichts. Aus welchen Gründen auch immer.

Insofern muss man jetzt den Tätern in Köln fast dankbar sein. Denn niemals zuvor ist so öffentlich in den Medien darüber gesprochen worden, wie sehr Frauen in diesem Land bei sexuellen Übergriffen – ob minderschwer oder bei vollzogener Vergewaltigung – in der juristischen Nachbearbeitung der an sie begangenen Straftat(en) in unserem Staat alleine gelassen werden.

Die Forderung von schnellerer Ausweisung der überführten Täter, sofern sie auf Grund des Asylrechts hier leben, hilft den Frauen nämlich genau nicht, wenn die aufgrund der derzeitigen Gesetzeslage gar nicht verurteilt werden. Weil ihnen die Frau nicht beweisen kann, dass sie sich nicht gegen sieben Männer gleichzeitig aktiv wehren konnte. Davon ganz abgesehen, die meisten Täter, die in diesem Land Sexualstraftaten begehen, das sind immer noch deutsche Täter!

Frauen in Deutschland müssen als allererstes vor dem deutschen Sexualstrafgesetz beschützt werden! Und dass das endlich geändert wird, dazu braucht es überhaupt keine Diskussion über die Herkunft der Opfer. Viel mehr würde eine E-Mail von Euch an Eure Abgeordneten helfen in denen Ihr sie auffordert sich persönlich für eine sehr schnelle, weil vorrangige Änderung des Sexualstrafrechts zum Schutz der Opfer einzusetzen.

Mir wird übel bei jedem Täter!